SPD Mainz: Kinderkrankentage müssen bleiben – Verlässlichkeit für Familien schaffen

Partei 0 | 21. September 2026

Die SPD Mainz fordert die Bundesregierung auf, die derzeit geltende Zahl der Kinderkrankentage auch über das Jahr 2026 hinaus beizubehalten. Aktuell haben gesetzlich versicherte Eltern Anspruch auf 15 Kinderkrankentage pro Kind und Elternteil, Alleinerziehende auf 30 Tage. Ohne eine gesetzliche Neuregelung würde der Anspruch ab 2027 wieder auf 10 beziehungsweise 20 Tage sinken.

Für die Vorsitzende der Mainzer SPD, Jana Schmöller, wäre das ein Rückschritt zulasten von Familien: „Kinder werden krank. Das ist keine Ausnahme und schon gar kein persönliches Organisationsproblem von Eltern, sondern gehört zum Familienleben dazu. Wer möchte, dass Mütter und Väter berufstätig sind und Familie und Beruf miteinander vereinbaren können, muss ihnen auch die notwendige Zeit geben, sich um ein krankes Kind zu kümmern. Deshalb darf es bei den Kinderkrankentagen keinen Rückschritt geben.“

Gerade Familien mit jüngeren Kindern wissen, wie schnell die zur Verfügung stehenden Tage aufgebraucht sein können. Mehrere Infekte im Jahr, eine Grippewelle oder eine länger dauernde Erkrankung reichen aus. Schon heute bedeutet die Betreuung eines kranken Kindes für viele Eltern eine organisatorische Herausforderung. Eine Reduzierung der Kinderkrankentage würde diesen Druck weiter erhöhen. „Familien brauchen keine Sonntagsreden darüber, wie wichtig sie für unsere Gesellschaft sind. Sie brauchen Rahmenbedingungen, die zu ihrem wirklichen Leben passen“, erklärt Schmöller. „Wenn ein Kind morgens mit Fieber aufwacht, können Eltern nicht sagen: Mein Kontingent ist leider aufgebraucht. Dann braucht dieses Kind Betreuung und Zuwendung. Politik muss solche Lebensrealitäten sehen.“

Die SPD Mainz warnt deshalb davor, die Frage lediglich als Detail des Sozialrechts zu behandeln. Verlässliche Kinderkrankentage sind ein wichtiger Baustein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denn wenn die Kinderkrankentage aufgebraucht sind, sind die Kinder nicht automatisch wieder gesund. Eltern müssen dann auf Urlaub, Überstunden oder andere Betreuungslösungen zurückgreifen – sofern diese überhaupt zur Verfügung stehen. Gerade angesichts des Fachkräftemangels wäre es deshalb das falsche Signal, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erschweren.

Schmöller betont: „Wir können auf der einen Seite nicht über Fachkräftemangel sprechen und mehr Erwerbstätigkeit von Eltern einfordern und ihnen auf der anderen Seite die Möglichkeiten nehmen, Beruf und Familie tatsächlich miteinander zu vereinbaren. Kinder werden nicht weniger krank, nur weil der gesetzliche Anspruch auf Kinderkrankentage sinkt. Wer will, dass Eltern erwerbstätig bleiben und ihre Arbeitskraft verlässlich einbringen können, muss ihnen auch für die unvermeidbaren Krankheitsphasen ihrer Kinder verlässliche Rahmenbedingungen geben.“

Besonders deutlich zeigt sich das bei Alleinerziehenden. Wo nicht zwei Elternteile die Betreuung untereinander aufteilen können, muss der Staat dieser Lebensrealität Rechnung tragen. Eine Kürzung von derzeit 30 auf 20 Kinderkrankentage würde gerade diejenigen treffen, die ohnehin einen besonders schwierigen Spagat zwischen Erwerbsarbeit und Sorgeverantwortung bewältigen müssen. „Wer Kinder hat, übernimmt Verantwortung für die Zukunft unserer Gesellschaft. Diese Verantwortung darf nicht dazu führen, dass Eltern ständig zwischen der Gesundheit ihres Kindes, ihrem Arbeitsplatz und ihrer eigenen wirtschaftlichen Sicherheit abwägen müssen“, so Schmöller.

Die Mainzer SPD fordert die Bundesregierung deshalb auf, schnell Klarheit zu schaffen und die derzeitige Regelung mit 15 Kinderkrankentagen je Kind und Elternteil beziehungsweise 30 Tagen für Alleinerziehende über 2026 hinaus gesetzlich abzusichern. „Familien müssen wissen, worauf sie sich verlassen können. Deshalb erwarten wir von der Bundesregierung eine klare Entscheidung: Die 15 beziehungsweise 30 Kinderkrankentage müssen bleiben. Eine Rückkehr zu weniger Kinderkrankentagen wäre gesellschaftspolitisch das völlig falsche Signal. Familien verdienen mehr Verlässlichkeit – nicht weniger.“

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