Anlässlich der ersten rheinland-pfälzischen Integrationskonferenz in Mainz spricht sich die SPD-Stadtratsfraktion dafür aus, Fachkräftesicherung und kommunale Integrationspolitik konsequent zusammenzudenken.
„Wer internationale Fachkräfte nur als Antwort auf den Personalmangel betrachtet, greift zu kurz. Menschen entscheiden sich nicht allein für eine Arbeitsstelle, sondern auch für eine Stadt. Ob sie bleiben, hängt ebenso von verständlichen und verlässlichen Verwaltungsverfahren, guten Sprach- und Beratungsangeboten, bezahlbarem Wohnraum und passenden Betreuungsangeboten für ihre Kinder ab“, erklärt Dr. Donya Gilan, gesundheits- und integrationspolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion Mainz.
Wie groß der Handlungsdruck ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Nach einer Befragung der Landeshauptstadt haben 62 Prozent der teilnehmenden Mainzer Unternehmen offene Stellen. Im Gesundheitswesen ist die Bedeutung der Zuwanderung besonders sichtbar: In Rheinhessen besitzt inzwischen fast jede vierte Pflegekraft eine ausländische Staatsangehörigkeit. An der Universitätsmedizin Mainz arbeiten Menschen aus mehr als 100 Nationen.
„Ohne Zuwanderung ließe sich unsere Gesundheitsversorgung schon heute kaum aufrechterhalten. Internationale Beschäftigte gehören längst selbstverständlich zu unseren Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Praxen – und damit zu unserer Stadt“, so Gilan.
Dass ein Arbeitsvertrag allein nicht genügt, belegen auch aktuelle Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Langwierige Verwaltungs- und Anerkennungsverfahren, Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und fehlende Unterstützung für Familien beeinflussen, ob Menschen dauerhaft in Deutschland bleiben. Fast ein Drittel derjenigen, die das Land wieder verlassen, nennt negative Erfahrungen mit bürokratischen Verfahren als einen Grund.
In Mainz wurden bereits wichtige Grundlagen geschaffen. Dazu gehören der Internationale Fachkräftestammtisch, das Netzwerk Arbeitsmarkt und Integration, Beratungsangebote zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Projekte wie „AzubiGo!“. Auch das vom Stadtrat beschlossene Integrationskonzept setzt einen Schwerpunkt auf berufliche Integration und kommunales Integrationsmanagement.
„Diese Angebote gilt es dauerhaft zu sichern, enger miteinander zu verbinden und leichter zugänglich zu machen. Wer Menschen für Mainz gewinnen möchte, muss ihnen auch ermöglichen, hier mit ihren Familien ein Zuhause und eine langfristige Perspektive zu finden“, erklärt Gilan.
Pressemitteilung vom 02.11.2026

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