Die Mainzer SPD steht zum arbeitsfreien Sonntag und lehnt mehr verkaufsoffene Sonntage ab. „Der Sonntag ist für die meisten Menschen der Tag in der Woche, der im Alltag und im Berufsleben eine Ruheinsel ist“, sagten die beiden SPD-Vorsitzenden Jana Schmöller und Ata Delbasteh. „Der arbeitsfreie Sonntag erlaubt Nichtstun, Freizeitaktivitäten oder Begegnungen mit anderen Menschen, die ebenfalls frei haben. Er ist eine große kulturelle und soziale Errungenschaft. Eine traditionsreiche Errungenschaft noch dazu, denn es gibt ihn mit dem Edikt Konstantins des Großen aus dem Jahr 321 n.Chr. seit 1.700 Jahren. Er soll arbeitsfrei bleiben, er darf zum Beispiel keine Verkaufszeit werden.“
Viele Beschäftigte im Handel arbeiteten ohnehin schon an sechs Tagen in der Woche, sagten Schmöller und Delbasteh. Sonntagsarbeit würde für sie noch weniger Zeit für andere Menschen und für Erholung bedeuten. Sie würde auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschwerten, denn Kinderbetreuungseinrichtungen seien sonntags üblicherweise geschlossen. Auch dürfe bezweifelt werden, dass Verkäufe am Sonntag für mehr Umsatz sorgten. Die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen hänge vom Einkommen der Menschen ab, nicht von den Öffnungszeiten der Geschäfte. Wer mehr Umsatz wolle, müsse zuerst für höhere Löhne, also für höhere Kaufkraft in der Gesellschaft sorgen. Ebenso könnten kleine, inhabergeführte Geschäfte weiter unter Druck geraten, weil ihre Kosten stiegen und sie damit gegen Handelskonzerne weniger gut bestehen könnten.
„Es gibt also viele Gründe, die für arbeitsfreie Sonn- und Feiertage sprechen. Wirtschaftlich haben weder die Beschäftigten noch wichtige Teile des Einzelhandels etwas von der Aufweichung der Regeln, kulturell und sozial wird die Gesellschaft in Mitleidenschaft gezogen. In der aktuellen Diskussion, die in dieser Sommerpause wieder aufgekommen ist, ist unsere Position klar: Der arbeitsfreie Sonntag muss erhalten bleiben, er darf kein Verkaufstag werden.“

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