Mainz ist ein wichtiger Bahnstandort in Deutschland: Hier sitzen die Zentrale der DB Cargo und mit der DB Intermodal Services sowie der TFG Transfracht zwei Töchter mit zusammen mehr als 600 Beschäftigten, den Großteil davon in Mainz. Presseberichten zufolge soll die Mehrheit an beiden Gesellschaften verkauft werden. Parallel wurden im Zentralbereich binnen zwölf Monaten über 200 Stellen abgebaut, bis Jahresende sollen knapp 200 weitere folgen.
„Innerhalb eines Jahres verschwinden bei DB Cargo rund 400 Stellen, ganz überwiegend zulasten von Mainz. Und jetzt sollen auch noch die Mehrheiten an zwei funktionierenden Töchtern verkauft werden. Das ist kein Sanierungskonzept, das ist ein Rückzug aus dem Standort Mainz“, sagt Erik Donner, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Der Betriebsrat habe völlig recht, wenn er warne, dass hier Tafelsilber verschleudert werde. Außerdem gehe es um gute, tarifgebundene Arbeitsplätze. Die Beschäftigten und ihre Familien dürften nicht die Leidtragenden einer verfehlten Unternehmenspolitik sein.
Die DB Intermodal Services verbindet mit Depots, Werkstätten und Terminals Schiene, Straße und Wasserstraße. „Am Rhein erleben wir immer längere Niedrigwasserphasen. Daher muss zwingend der Güterverkehr auf der Schiene gestärkt werden – DB Cargo darf dafür nicht ausgerechnet die eigenen Strukturen verkaufen, die es dafür braucht“, so Donner. Das Alternativkonzept des Betriebsrats – eine Eingliederung in die Bahn-Tochter DUSS – wurde nach dessen Darstellung binnen weniger Tage abgelehnt. „Standorte, Haustarifverträge und Betriebszugehörigkeiten müssen abgesichert sein, bevor Fakten zulasten der Beschäftigten geschaffen werden.“
Die SPD-Stadtratsfraktion zeigt sich solidarisch mit den Beschäftigten von DB Cargo und der DB Intermodal Services und steht ihnen in dieser Situation an der Seite. „Mainz darf nicht zur Verhandlungsmasse werden, wenn in Berlin und Brüssel über Bilanzen geredet wird.“

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