Symbolbild: Digitalisierung

Smart City Index 2026: Mainz holt auf, bleibt insgesamt Mittelfeld

Stadtratsfraktion 0 | 18. September 2026

Mainz erreicht im Smart City Index 2026 des Digitalverbands Bitkom Rang 42 von 83 deutschen Großstädten. In der Kategorie Verwaltung kommt die Stadt mit 84,3 von 100 Punkten auf Rang 32 und verbessert sich um 25 Plätze.

Der Blick auf die Vorjahre relativiert den Sprung. Im Gesamtranking lag Mainz 2022 auf Platz 30, fiel 2023 auf Platz 45 zurück und rutschte 2025 weiter auf Platz 51 ab. In der Kategorie Verwaltung stand die Stadt 2022 auf Rang 31 und damit einen Platz besser als heute.

„Das ist ein Fortschritt und die Arbeit der Beschäftigten verdient Anerkennung“, sagt Erik Donner, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. „Nur: Vier Jahre nach 2022 wieder dort zu stehen, wo man schon einmal war, kann für den Oberbürgermeister kein Grund für überschwänglichen Jubel sein.“ Donner verweist zudem auf die Enge des Mittelfelds: Zwischen Platz 27 und Platz 34 dieser Kategorie liegen lediglich 1,1 Punkte.

Stark schneidet Mainz bei den bürgernahen Angeboten ab: Bei den digitalen Bezahlmöglichkeiten und beim Serviceportal erreicht die Stadt jeweils 100 Punkte, bei den online nutzbaren Verwaltungsleistungen 94,4 und bei der Online-Terminvergabe 90 Punkte.

Deutlich schwächer fällt der Indikator „Interne Prozesse“ aus. Bitkom bewertet hier, in welchem Anteil der Ämter ein Dokumentenmanagementsystem, die elektronische Akte und KI-Assistenten tatsächlich im Einsatz sind. Mainz kommt auf 70 von 100 Punkten. 20 der 83 untersuchten Städte erreichen hier die volle Punktzahl. Auch bei den Bevölkerungsanliegen, also Chatbot, Behördennummer 115 und Mängelmelder, bleibt Mainz mit 80 Punkten hinter der Spitzengruppe zurück.

„Die Schaufensterseite der Digitalisierung funktioniert inzwischen ordentlich, der Maschinenraum hinkt hinterher“, so Donner. „Die elektronische Akte muss jetzt zügig und flächendeckend in allen Ämtern eingeführt werden. Solange sie nur in einem Teil der Verwaltung läuft, bleibt der Nutzen für Bürgerinnen und Bürger wie für die Beschäftigten begrenzt.“

„Für die Bürgerinnen und Bürger zählt am Ende nicht, ob ein Onlineformular existiert, sondern wie schnell sie eine Antwort bekommen und ihr Anliegen erledigt ist“, sagt Donner. „Die Stadt muss ihre Digitalstrategie deshalb dringend weiterentwickeln und klare Ziele benennen.“

In den übrigen vier Kategorien liegt Mainz zwischen Rang 36 und Rang 63. Zum Vergleich im Gesamtranking: Trier belegt als deutlich kleinere rheinland-pfälzische Stadt Rang 17, Frankfurt Rang 20, Wiesbaden Rang 34.

Pressemitteilung vom 18.09.2026

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