CDU propagiert bezahlbaren Wohnraum, hat sich in Wirklichkeit aber schon lange davon verabschiedet

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Die Mainzer SPD-Stadtratsfraktion kritisiert die geistige Haltung der CDU nach deren Ablehnung des neuen Wohnquartiers „Am Medienberg“ auf dem Lerchenberg, denn ginge es nach dem Willen der CDU, soll das neue Wohnquartier unterhalb des ZDF nur mit einem 10 Prozent Anteil an geförderten Wohnungen geplant werden. Die CDU-Vertreter im Bauausschuss sprechen von einer sozial angespannten Situation. „Das ist für uns absolut nicht nachvollziehbar, die CDU sollte dringend einmal lernen, was geförderter Wohnraum ist und welche Bedeutung er für die Menschen in unserer Stadt hat“, fordern die SPD-Fraktionsvorsitzende Alexandra Gill-Gers sowie die baupolitische Sprecherin Christine Zimmer.
Alexandra Gill-Gers zeigt kein Verständnis für die erneute Ablehnung der CDU-Stadtratsfraktion eines für Mainz so wichtigen Wohnraumprojektes: „Wie schon zuvor bei anderen Wohnquartieren in den letzten Jahren, wird jetzt auch beim Projekt am Medienberg argumentiert, mit dem geplanten Anteil geförderter Wohnungen würden Menschen zusammengepackt. So verglich ein Mitglied das neue Projekt sogar mit einem Ghetto. Das geht genau in die Richtung der früheren Beiträge der CDU-Vertreter im Bauausschuss, ‚prekäres Publikum würde zusammengepfercht‘. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen, was die CDU als prekär erachtet.“
In dem neuen Quartier auf dem Lerchenberg sollen etwa 400 neue Wohnungen entstehen. Das Projekt trägt die Mainzer Wohnbau und plant entsprechend der von der Stadt vorgesehenen Rahmenplanung, Geschosswohnungsbau mit Mietwohnungen, wovon 40 Prozent gefördert sein sollen. Die Einkommensgrenzen für geförderten Wohnraum liegen dabei aktuell für einen Haushalt mit 2 Erwachsenen bei einem gemeinsamen Jahresbruttoeinkommen von rund 54.000 Euro und bei 2 Erwachsenen mit 2 Kindern bei rund 83.000 Euro Jahresbruttoeinkommen. Das sind Einkommensregionen von Polizisten, Krankenschwestern, Busfahrern oder Handwerkern.
Es sei ein Glücksfall, dass die Wohnbau Mainz dieses Projekt realisieren könne, erläutern Gill-Gers und Zimmer. Das Unternehmen habe in der Vergangenheit immer gezeigt, dass es gute Belegungskonzepte für neue Quartiere umsetze und vor allem preisgünstigen Wohnraum anbiete. Dafür gebe es nach wie vor großen Bedarf: Allein bei der Wohnbau Mainz sind derzeit rund 5.800 Wohnungssuchende registriert. Die meisten von ihnen suchen eine passende Wohnung mit einer günstigen Miete. Zudem zeichnen sich Wohnbau-Quartiere durch gute Nachbarschaften aus. Dafür sorgt das Unternehmen mit guten Wohnprojekten wie ihr „Zuhause in Mainz“ und die Integration unterschiedlicher Wohnformen und Wohngemeinschaften.
Christine Zimmer, langjähriges Mitglied des Bauausschusses, ergänzt: „Ich kann nicht verstehen, wieso die CDU auf ihrer Wohnungspolitik von vorgestern beharrt. Wer nach wie vor in Kategorien wie Reihenhaussiedlungen und hochpreisigen Eigentumswohnungen denkt, hat weder die wahren Bedarfe noch die Herausforderungen des Klimaschutzes verstanden, sondern betreibt in Wirklichkeit Klientelpolitik. Ein durchmischtes Quartier und die Wohnbau als Vorhabenträgerin kann eine gesunde Durchmischung garantieren und hilft auch dem Nachbarsquartier Gustav-Mahler mit erhöhtem sozialem Förderbedarf.“ Die beiden SPD-Politikerinnen hatten bis zur Stadtratssitzung die Hoffnung, dass trotz Ablehnung im Bauausschuss die CDU zum Wohle der Stadt das Wohnprojekt doch noch mittragen und nicht in veralteter Denkweise erstarrt bleiben würde.